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St. Paulis Buchtmann: “So geht Abstiegskampf”

St. Pauli lebt! Nach dem 2:0-Sieg in Nürnberg regt sich am Kiez wieder die Hoffnung, auch im kommenden Jahr in der 2. Liga spielen zu können. Spielerisch war der Auftritt in Nürnberg keine Offenbarung, dennoch sind sich die Hanseaten einig darin, dass der Sieg verdient war.

Siegreich in Nürnberg: Aziz Bouhaddouz und Christopher Buchtmann (re.).

Siegreich in Nürnberg: Aziz Bouhaddouz und Christopher Buchtmann (re.).

© imagoZoomansicht

Die Ausgangslage war miserabel: Vier Spiele nicht gewonnen und dann in Nürnberg gefordert, dem Ort, an dem man seit fast 16 Jahren, genauer gesagt dem 20. Mai 2001, nicht mehr gewonnen hatte. Damals hatte die Norddeutschen durch ein 2:1 in Nürnberg, das selbst bereits als Aufsteiger festgestanden hatte, am 34. Spieltag ihren Aufstieg perfekt gemacht.

Die Vergangenheit zählte im Frankenland diesmal nicht, das Hier und Heute stand im Fokus. Und das meinte es gut mit den Kiezkickern, die in einem mäßigen Spiel dank eines Doppelpacks von Aziz Bouhaddouz einen nicht unverdienten 2:0-Sieg einfuhren. “Ich bin sehr froh, dass es gut für uns ausgegangen ist”, wird Matchwinner Bouhaddouz auf der vereinseigenen Website zitiert. Der Deutsch-Marokkaner wollte seine eigene Rolle nicht überbewerten: “Ich hatte heute eigentlich nicht meinen besten Tag. Aber es gibt auch solche Spiele. Manchmal steht man dann halt einfach richtig.”

 

Trotz des Sieges sind sich die Hanseaten im Klaren darüber, dass nicht alles rosig war, denn es war, um es in Bouhaddouz’ Worten zu sagen, ein “dreckiger Sieg”. “In den ersten zwanzig Minuten waren wir nicht gut im Spiel, nicht gut in den Zweikämpfen und haben die Bälle nicht festgemacht”, erklärte Christopher Buchtmann, der aber auch die positiven Aspekte hervorhob: “Wir waren gallig und gut in den Zweikämpfen und haben dann auch guten Fußball gespielt. Wir haben uns den Sieg verdient. So geht Abstiegskampf.”

Unter dem Strich war es ein Sieg des Willens, weniger der Finesse. Doch das dürfte den Hamburgern herzlich egal sein. “Man sieht, man wird für harte Arbeit belohnt”, so Philipp Heerwagen: “Wir sind natürlich noch am Leben”.

Nun richtet sich der Blick von St. Pauli nach vorne, besser gesagt gen Würzburg. Die Kickers sind in einer Woche am Millerntor zu Besuch. Bernd Nehrig wird dann gelbgesperrt fehlen, der am Freitag daran keinen Gedanken verschwenden wollte. Der 30-Jährige hob lieber das Kollektiv hervor: “Hinten haben wir uns gemeinsam alle reingehauen, aber eben auch vorne die Dinger gemacht. Deswegen ist der Sieg absolut verdient.”

Während sich das Trainerteam um Ewald Lienen nun mit ganzer Kraft auf Würzburg vorbereiten wird, können die Profis zunächst in Ruhe verfolgen, was die Konkurrenz aus Kaiserslautern (am Samstag gegen Fürth) und Aue (am Sonntag gegen 1860) macht.